Kultur
Sonstige



Da ich leider nicht alle Arten und Gattungen von fleischfressenden Pflanzen kultivieren kann (hauptsächlich aus Platzgründen und da ich nicht jeder Pflanze optimale Bedingungen bieten könnte), findet ihr hier eine kurze Zusammenfassung der Gattungen, die ich entweder nicht besitze oder die aus sonstigen Gründen auf dieser Homepage keine eigene Kultur-Seite bekommen haben.
Hier nun die fehlenden Gattungen:


Aldrovanda

Deutscher Name: Wasserfalle

Aldrovanda vesiculosa ist die einzige Art dieser Gattung. Die Pflanze wächst aquatisch und wird deshalb in Kultur auch am besten in einem Aquarium gehalten. Die Pflanze wird etwa bis zu 25 cm lang. Die Fallen ähneln in ihrer Fangweise denen von Dionaea muscipula, da es sich dabei auch um Klappfallen handelt. Eigentlich ist diese Art weit verbreitet, doch da kleine stehende Gewässer immer rarer werden, ist sie an einigen Standorten mittlerweile nahezu ausgestorben.
Die weißen Blüten bekommt man leider nur sehr selten zu Gesicht.


Aldrovanda vesiculosa
Pflanze


Aldrovanda vesiculosa
Fallen


Aldrovanda vesiculosa
keimende Samen


Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: ---
Wassertemperatur: >20°C im Sommer
Substrat: Regenwasser, für den Boden: Torfmischung
Wasser: pH-Wert: ca. 6
Vermehrung: Teilung, Samen





Byblis

Deutscher Name: Regenbogenpflanze

Eine sehr schöne Gattung, die nur wenige Arten umfasst. Die Gattung kommt ausschließlich in Australien vor. Nur B. liniflora wurde schon in Papua Neuguinea entdeckt. Einige Arten können bis zu 60 cm hoch werden und Pflanzen sind desweiteren komplett mit Klebetröpfchen besetzt. Mit diesen passiven Fallen fangen sie auch ihre Beute. Das besondere an dieser Gattung sind aber meiner Meinung nach die unzähligen rosafarbenen Blüten.
Manche Arten dieser Gattung sind übrigens einjährig wie z.B. Byblis liniflora. Diese Art ist in Kultur auch am weitesten verbreitet. Durch Samen lässt sie sich auch sehr gut vermehren.


Byblis gigantea
Byblis gigantea - kleine Pflanze


Byblis liniflora
Byblis liniflora - Klebetröpfchen


Byblis
Byblis - Blüte


Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: 70%
Temperatur: Sommer: 20-25°C, im Winter kühler
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: Anstau, im Winter trockener
Vermehrung: Samen





Drosophyllum

Deutscher Name: Taublatt

Diese monotypische Gattung umfasst nur eine einzige Art: Drosophyllum lusitanicum. Die Pflanze kommt nur in Portugal, Spanien und Marokko vor. Dort wächst sie auch nur auf sehr sandigem Terrain. Deshalb werden die Wurzeln des Taublatts auch sehr lang, da sie dort sehr wenig Wasser bekommt. Angeblich soll die Pflanze sehr wurzelempfindlich sein und einem keine Fehler verzeihen.
Die Klebetropfen erinnern zwar ein wenig an Drosera, doch diese sind passive Klebefallen. Das bedeutet, dass sie unbeweglich sind. Die Blätter werden übrigens bis zu 30cm lang. Erwähnenswert wäre noch, dass die Pflanze nach Honig duftet und so ihre Beute anlockt.


Drosophyllum lusitanicum
Pflanze


Drosophyllum lusitanicum
Klebetröpfchen


Drosophyllum lusitanicum
Blüte


Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: 40-60%
Temperatur: Sommer: 20-30°C, Nachts etwas kühler, Winter: 5-15°C
Substrat: Torf-Sand-Perlite-Gemisch
Wasser: kein Anstau
Vermehrung: Samen





Genlisea

Deutscher Name: Reusenfalle

Diese Gattung umfasst zurzeit knapp über 20 Arten. Die kleinen rosettenbildenden Pflanzen wachsen terrestrisch und auch halbaquatisch. Mit ihren zu Reusenfallen umfunktionierten "Wurzeln" fangen die Pflanzen ihre Beute, indem mikroskopisch kleine Tierchen durch kleine Öffnungen in die Fallen gelangen. Nach innen gerichtete "Härchen" leiten sie weiter zu einer Art Verdauungskammer und verhindern gleichzeitig die Flucht.
In Kultur mag es Genlisea gerne feucht und möchte auch mal überflutet werden. Das Wasser sollte dabei regelmäßig ausgetauscht werden, da die Pflanzen sonst eventuell absterben können.


Genlisea aurea
Genlisea aurea - Pflanzen


Genlisea violacea
Genlisea violacea - Falle


Genlisea hispidula
Genlisea hispidula - Blüte


Licht: hell
Luftfeuchtigkeit: >80%
Temperatur: ganzjährig 20-30°C
Substrat: Torf-Sand-Gemisch
Wasser: Anstau, altes Wasser sollte durch frisches ersetzt werden
Vermehrung: Samen, Blattstecklinge, Teilung





Heliamphora

Deutscher Name: Sumpfkrug

Die Arten dieser interessanten Gattung wachsen fast ausschließlich auf den bis zu 3000 m hohen Tepuis (Tafelbergen) in Südamerika. Dort oben sind sie einer sehr starken Sonnenstrahlung ausgesetzt. Desweiteren sinkt die Temperatur nachts sehr stark ab, was die Kultur dieser Pflanzen nicht gerade erleichtert.
Die Pflanzen können bis zu 50 cm hoch werden. Arten wie z.B. H. tatei bilden Stämme und können schon mal 3 m erreichen. Die roten "Hütchen" am oberen Ende der Schläuche produzieren Nektar, die einen süßlichen Geruch absondern. Durch die Farben und diesen Duft werden die Insekten angelockt. Wenn sie dann erst einmal ins Schlauchinnere rutschen, ist ein Entkommen wegen den nach unten gerichteten Haaren so gut wie unmöglich. Im Gegensatz zu anderen Karnivoren zersetzt diese Gattung ihre Beute mit Hilfe von Bakterien.


Heliamphora nutans
Heliamphora nutans - Schlauch


Heliamphora minor
Heliamphora minor - Pflanze


Heliamphora minor
Heliamphora minor - Blüte


Licht: sehr hell
Luftfeuchtigkeit: >70%
Temperatur: Tag: 20-25°C, Nacht: 10-15°C
Substrat: Sphagnum-Gemisch, Hauptsache luftig
Wasser: kein Anstau
Vermehrung: Teilung, Samen



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