Terrarien
Hochlandterrarium




Maße (Terrarium): 70x40x30 (L,B,H)
Zubehör: Beregnungsanlage, Spiegelfolie, vier Leuchtstoffröhren + Reflektoren, Thermo- und Hygrometer, zwei Kühlakkus, zwei digitale Zeitschaltuhren, Notfallterra
Pflanzen: hauptsächlich großblättrige Utricularia, zwei Heliamphora, Knollendrosera
Licht: vier 24W T5-LSR (Lichtfarben: 2x 840, 2x 865), Abstand ca. 20cm und ein wenig Nordlicht
Luftfeuchtigkeit: konstant über 60%, nachts 80-95%
Temperatur: Tag: 20-25°C, Nacht: 10-15°C im Winter kühler
Bewässerung: 5 x 5 Sekunden durch die Beregnungsanlage; Wasserstand: 0 bis max. 1cm
Aktuelle Schädlinge: harmlose Milben, Springschwänze, Kugelspringer

Dieses Terrarium habe ich eigentlich nur gekauft um irgendwann mal Utricularia quelchii und anderen Hochland-Utricularien zu kultivieren. In meinem ersten Terrarium hätten sie nicht lange überlebt, da es auf der Südseite stand und sich im Sommer extrem aufheizte, im Winter der Mehltau die Oberhand gewann und die Schädlinge auch ein Problem darstellten...

Ich kaufte mir also ein zweites Terrarium und einen kleinen, zu meinem Zimmer passenden Unterschrank. Mein Zimmer war für das Terrarium wie geschaffen: Im Sommer ist es etwas kühler, da es auf der Nordseite liegt. Mir fehlte nur noch die passende Beleuchtung. Zu dem Zeitpunkt wusste ich leider noch nicht, dass T5-LSR (Leuchtstoffröhren) nicht in T8-Leuchten passen. Also besorgte ich mir beim nächsten Baumarkt zwei T8-Leuchten. Ein umgebauter PC-Lüfter sorgte für eine gute Belüftung. Doch leider hatte ich folgendes

Hochlandterrarium
Herbst 2006

Hochlandterrarium
Ende 2006

Problem: Mit welcher Pflanze sammle ich am Besten die nötigen Hochlanderfahrungen? Ich hatte zu dem Zeitpunkt schon ein paar Erfolge mit Utricularia alpina und anderen Utricularien, doch das waren keine Hochlandpflanzen. Ok. Da sind eine Menge Nepenthes und Heliamphora, mit denen man üben könnte, doch ich fand sie optisch weniger ansprechend. Und wenn mich eine Pflanze nicht interessiert, ist das der beste Weg um sie erbärmlich verrecken zu lassen. Also: es folgte der berühmte Sprung ins kalte

Wasser. Utricularia quelchii musste her. Zusammen mit einem sehr kleinen U. endresii Ableger (der sich später als U. longifolia entpuppte) war sie die erste Pflanze in meinem Hochlandterrarium.
Da ich mir kein teures Kühlsystem leisten konnte und ich mir auch nichts basteln konnte, schleppte ich ab Herbst 2006 für einige Jahre Kühlakkus durch die Gegend und öffnete abends das Fenster. Wenn durch das Lüften die Temperatur weit genug gesunken war, holte ich zwei Kühlakkus aus der Kühltruhe (im Keller) und stellte sie die Nacht über ins Terrarium. Der Rekord lag bei 8°C in der Nacht. Ich schaffte es mehr oder weniger die Nachttemperaturen unter 17°C zu halten. An extremen Tagen wurde dieser Wert etwas überschritten und der Platz für Kühlakkus ging mir im Terrarium auch langsam aus.

Die ganze Technik (anfangs noch ein Lüfter, Nebler und LSR) wird von drei digitalen Zeitschaltuhren gesteuert. Der Nebler lief jede Stunde zusammen mit dem Lüfter, der wiederum jede Stunde für 15 Minuten in Betrieb war. Die Leuchtstoffröhren leuchten im Winter 9-10 Stunden am Tag. Wenn sich langsam die wärmere Jahreszeit ankündigt, erhöhe ich das Ganze auf 12 Stunden.
Nach einiger Zeit topfte ich andere Pflanzen um und stellte sie auch in das Terrarium. Leider war ich wohl nicht gründlich

Hochlandterrarium
Frühjahr 2007

genug. Ein paar Schädlinge schlichensich doch in mein Terrarium ein. Die Trauermückenlarven stellen für meine Utricularien eine gute Nahrung dar. Nach einer Weile sind die Mücken dann auch wieder verschwunden. Nur Springschwänze vermehrten sich etwas, aber hatten eventuell sogar einen positiven Nebeneffekt, da sie abgestorbene Pflanzenteile fressen. Und das Beste an dem Terrarium: kein Schimmel.

Hochlandterrarium
Sommer 2007

Im Jahr 2007 fasste ich dann endlich den Entschluss auf T5 umzurüsten. Diese Röhren haben viele Vorteile. Sie sind viel schmaler, man kriegt mehr Leistung und man spart gegenüber den T8-LSR noch ein wenig Strom. Ich merkte nämlich, dass es den Pflanzen unter den T8-Röhren nicht mehr gut ging. Den Unterschied bemerkte ich auch bald am positiven Wachstum meiner Pflanzen.
Unter den T5-Röhren wuchsen die Pflanzen deutlich besser. Leider hatte ich aber Mehltau eingeschleppt (mit U. longifolia).

Das Problem wollte ich so schnell wie möglich beseitigen. Ein weiteres Problem stellte die Nachtabsenkung dar. Meine Kühlakku-Methode versagte kläglich an besonders heißen Tagen. Also schleppte ich für einige Zeit jeden Abend ein kleines 30x20x20 Terrarium mit den Hochland- Pflanzen in den Keller und stellte die Akkus dazu. Die Nachttemperatur überstieg dabei nie 14°C. Der Rekord lag bis jetzt bei 8°C. Am nächsten Morgen kamen die Pflanzen dann wieder in das große Terrarium.

Notfallterrarium
Sommer 2008

Seit dem Frühjahr 2008 werden meine Pflanzen von einer Beregnungsanlage eingesprüht. Damit gab es keinerlei Probleme. Nach ein paar Monaten konnte ich erkennen, dass meine Pflanzen dadruch noch besser wachsen konnten. Leider nisteten sich in meinem Terrarium auch einige Schädlinge ein. Asseln schädigten meine Pflanzen und deren Knollen sehr. Ich musste handeln.
Nach dem "Provado-Massaker" hat es einige Zeit gedauert bis sich die Pflanzen wieder erholt hatten. Nach einiger Zeit wuchsen sie wieder mehr oder weniger und die Asseln waren

fort. Da zwischendurch die einzige T8-Leuchte kaputt ging, habe ich die Beleuchtung auf vier T5-Leuchten erhöht (also auf 96W).
Fühjahr 2009: Ich kaufte mir endlich ein richtiges Terrarium mit Schiebetüren. Zum einen hatte ich dadurch mehr Platz für meine (und auch neue) Pflanzen und zum anderen kam ich besser an die Pflanzen ran, da ich nicht mehr die Lampen wegschieben musste. Besonders bei der Nachtabsenkung durch Kühlakkus war das sehr lästig.
Als ich das neue Terrarium eingerichtet hatte, hatte ich leider noch kein Loch für den Lüfter. Ich wollte das Problem zwar lösen, doch ohne den Lüfter ging der Mehltau-Befall stark zurück. Deshalb habe ich ih weggellasen.

Sommer 2010: Meinen Pflanzen ging es gar nicht gut. Mehltau war überall und sie wuchsen auch nicht richtig. Nachdem ich sie aber alle in lebendes Sphagnum umgetopft hatte, entwickelte sich alles zum Positiven. Der Mehltau verschwand vollständig und die Pflanzen wuchsen sehr gut und blühten zahlreich.

Hochlandterrarium
Frühjahr 2011 (rechte Hälfte)


Hochlandterrarium
Notfallterra Sommer 2007


Hochlandterrarium
Frühjahr 2009


Hochlandterrarium
Neues Terrarium Frühjahr 2009


Hochlandterrarium
Frühjahr 2011 (linke Hälfte)

   


www.utricularien.de